Titelseite

Vom Schreiben fürs Leben lernen – Teil 1: Erfolg fängt damit an, dass es mir gut geht

Mein erstes Buch „Sich und andere führen – Wandel in Bibliotheken aktiv gestalten“ (http://www.degruyter.com/view/product/204154) ist da. Manchmal werde ich gefragt, wie habe ich das so „nebenher“ geschafft habe. Zeit für eine Reflektion!

Wie ich es auch in meinem Erstling schreibe, fängt gute Führung und gute Arbeit zuallererst bei mir selbst an. Ich muss mich also im ersten Schritt mir selbst zuwenden, um eine stabile Basis für meine erfolgreiche Arbeit zu haben – und gleichzeitig für gute Beziehungen zu anderen Menschen. Das ist beim Schreiben eines Buches nicht anders. Auf das, was dazu gehört, gehe ich auch in „Sich und andere führen“ in Kapitel 2 – 4 ein.

Zuerst eine Standort- und Richtungsbestimmung: Wer bin ich? Was möchte ich? Wo möchte ich hin? Welche Aufgaben liegen mir und bringen mir Spaß?

Im nächsten Schritt ist es wichtig, dass ich weiß oder herausfinde, wie ich gut arbeiten kann, und dass ich mir gute Arbeitsbedingungen schaffe: Zu welchen Tageszeiten kann ich besonders gut arbeiten? Welche Arbeitsumgebung tut mir gut? Brauche ich bestimmte Musik, die Ruhe in einer Bibliothek oder im stillen Kämmerlein oder bringt mir eher die Betriebsamkeit eines Co-Working Spaces oder eines Coffee Shops die richtige Inspiration?

Wenn es mir gut geht, ich motiviert bin durch Aufgaben, die mir Spaß bringen und mich auf angenehme Art herausfordern, gerate ich leicht in einen „Flow“. Losgelöst von Raum- und Zeitgefühl, „flutscht“ die Arbeit nur so. Probleme, über die ich unter anderen Umständen vielleicht stundenlang gegrübelt hätte, löse ich innerhalb von Minuten.

Aber Achtung: Auch etwas, das Spaß bringt, kostet Energie. Ich brauche also Ruhepausen, um mich von der Arbeit zu erholen!  Es gilt vorzubeugen, damit ein positiv fordernder Eustress nicht zu negativem Stress wird und sich in Form schlechter Arbeit äußert: „Befinden wir uns allerdings auf Dauer im Eustress und vergessen darüber andere Lebensbereiche, vergessen Pausen einzuplanen und überhaupt Zeiten zum Regenerieren, kann auch Eustress zu Disstress werden.“ (Sich und andere führen – Wandel in Bibliotheken aktiv gestalten, S. 64)

Um zu verhindern, dass sich schädlicher Disstress ausbreitet, ist es hilfreich, sich über die eigenen Grundbedürfnisse (Licht, Luft, Essen, Trinken, Bewegung, Pausen, …) und die wichtigen Lebensbereiche (Arbeit, Familie, Freunde, Allein sein, Haushalt, Hobby, Körper …) klar zu werden und diese bei der Gestaltung des eigenen Lebens alle zu berücksichtigen. Wohlgemerkt: Alle. Zu diesem Thema siehe auch: „Burnout Information: Burnout vorbeugen“ http://burnoutinformation.de/burnout-vorbeugen/ und das dort vorgestellte Buch „Burnout vorbeugen und heilen – Erfolgreich arbeiten – erholt in den Feierabend“, beides von Dr. Johann Schneider. Ein weiterer Vorteil: Folge ich diesen Empfehlungen, dämme ich nicht „nur“ Stress ein, sondern ich fördere damit gleichzeitig meine eigene Kreativität.

Grenzen ziehen ist ein wichtiges Thema im Zusammenhang mit Stress. Manchmal ist es wichtig und berechtigt, zu den Erwartungen anderer Menschen nein sagen zu können. Wenn ich ein Buch fertigstellen möchte, dann muss ich mich mal eine Zeitlang fokussieren und kann nicht alles andere auch machen. Nein sagen zu können macht letztlich auch das Zusammenleben mit anderen Menschen zufriedener, wenn ich mich Ihnen nach genommener „Auszeit“ für meine Interessen wieder aus vollem Herzen zuwenden kann.

Hilfreich ist es, sich von dem Gedanken frei zu machen, dass wer viel arbeitet, viel leisten würde. Oft ist das Gegenteil der Fall. Es hilft dann viel mehr, eine Pause zu machen und dafür zu sorgen, dass es mir wieder gut geht, als mich in meine Arbeit zu verbeißen. Aufmerksame Selbstbeobachtung führt dazu, mit der Zeit ein Gespür dafür zu entwickeln, wie man sich selbst gut versorgen kann, um nicht die Lust am Arbeiten und die eigene Leistungsfähigkeit einzubüßen. Dazu gehört, sich selbst für gute Arbeit zu belohnen oder sich einfach so zu verwöhnen. Mit einem Spaziergang durch die Natur, einem komplett freien Wochenende oder einfach einem leckeren Kaffee.

„Da Sie selbst Ihr wichtigstes Führungsinstrument sind, müssen Sie in sich und Ihre Leistungsfähigkeit gut investieren, sie immer im Blick haben und stärken.“ (Sich und andere führen – Wandel in Bibliotheken aktiv gestalten, S. 69). Dies gilt analog, wenn ich ein Buch schreibe: Als Basis für eine gelungene Arbeit muss ich alles, was in meiner Macht liegt, dafür tun, dass es mir gut geht.

Share Button

0 Kommentare