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Vom Schreiben fürs Leben lernen – Teil 2: Motivierende Ziele setzen und erreichen

Schon als Kind wollte ich Bücher schreiben. Wenn ich früher mit dem Schreiben angefangen habe, bin ich selten über kurze oder nur angefangene Geschichten hinausgekommen, die schließlich neuen Ideen und einem gering ausgeprägten Durchhaltewillen zum Opfer fielen. Damit bin ich kein Einzelfall. Sei es der Wunsch, regelmäßig Sport zu machen oder sich beruflich zu verändern; unsere Wege sind oft gepflastert von nicht erreichten Zielen.

Was hat dazu beigetragen, dass mein erstes  Buch „Sich und andere führen – Wandel in Bibliotheken aktiv gestalten“ (http://www.degruyter.com/view/product/204154) nicht im Sande verlaufen ist?

Am wichtigsten erscheint mir: Sich die richtigen Ziele zu setzen. Denn ich werde meine Ziele nur erreichen, wenn ich selbst davon überzeugt bin und entsprechend entschlossen handele. Dafür ist es wichtig, herauszufinden:

  • Welche Ziele motivieren mich wirklich?
  • Für welche Ziele entscheide ich mich aus vollem Herzen?
  • Bei welchen Zielen bin ich wirklich entschlossen, sie umzusetzen?

 
Schön beschrieben ist der Schritt vom bloßen Wünschen zu klarer Entschlossenheit im Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) als „Überquerung des Rubikons“. Zu erkennen ist ein solches attraktives Ziel oft durch ein plötzliches spontanes Lächeln, das „glückselige Grinsen“, aber auch durch andere Körpersymptome, z.B. ein deutliches Aufrichten (Storch, Maja; Krause, Frank; Selbstmanagement-ressourcenorientiert; Grundlagen und Trainingsmanual für die Arbeit mit dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM), 4. Auflage, Huber, Bern, 2007: S. 170)

Eine gründliche Auswahl und Priorisierung der Ziele, die ich erreichen möchte, ist unerlässlich. Da ich nicht alles machen kann, sollte ich mich fragen, welche Ziele es für mich wirklich wert sind, realisiert zu werden, und diese entschlossen umsetzen – und alle anderen (zumindest für den Augenblick) nicht.

Wenn ich entschieden bin, ein Ziel zu erreichen, dann habe ich mich mir bzw. dem Ziel gegenüber verpflichtet. Dieses „Commitment“ kann ich aber auch nach außen tragen und es damit noch „verpflichtender“ machen. Indem ich anderen Personen davon erzähle, es in sozialen Netzwerken kommuniziere oder mich anderen gegenüber formell verpflichte. Ein Verlagsvertrag, wie in meinem Fall, war in dieser Hinsicht sehr hilfreich.

Erfolgserlebnisse und die Erfahrung, dass ich herausfordernde Ziele auch in anderen Bereichen erreichen kann, können mich beflügeln. Eine Möglichkeit, die eigene Durchhaltefähigkeit auch im Kleinen zu trainieren und gleichzeitig meine körperliche Fitness, die ich für die erfolgreiche Zielerreichung brauche, zu halten oder zu erhöhen, ist Sport. Gleichzeitig kann ich dabei abschalten und neue Motivation tanken.

Bei mir ist es das Schwimmen. Jedes Mal, wenn ich eine Stunde lang meine Bahnen geschwommen bin, habe ich meine Durchhaltefähigkeit trainiert und mein selbstgesetztes herausforderndes Ziel erreicht. Nach mehreren Jahren weiß ich aus Erfahrung, dass dieses Ziel erreichbar ist. Ich werde gefordert, ohne meine eigenen Grenzen zu überschreiten. Ich lerne dabei auch, mir meine Kraft so einzuteilen, dass sie für die gesamte Strecke reicht. Sei die „Strecke“ nun eine Stunde lang schwimmen oder ein ganzes Buch zu schreiben.

Und schließlich: Nicht lange fackeln – einfach machen! Jetzt ist der richtige Augenblick! Wenn es das richtige Ziel ist, dann mach‘ es jetzt – oder nie.

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